Diskussionsforum zu

E-RIC 1/ D-IFRIC 3/ D-IFRIC 4/ ED 6

 

 

 

– Protokoll der Diskussion am 16. März 2004 –

 

 

 

 

 

Dauer und Ort:

16.03.04, 14.00 Uhr bis 16.30 Uhr, IDW, Düsseldorf

 

 

Teilnehmer auf dem Podium:

Prof. Dr. Klaus Pohle (DSR)

Liesel Knorr (DRSC)

Markus Zeimes (DRSC)

 

 

TOP 1: Begrüßung

 

Herr Pohle begrüßte die im Auditorium anwesenden Personen, bedankte sich für die Gastfreundschaft des Instituts der Wirtschaftsprüfer und stellte die auf dem Podium sitzenden Personen namentlich vor. Er legte einleitend den Zweck des Forums dar. Dabei betonte er, dass der Rat sehr an Stellungnahmen aus dem Auditorium interessiert sei.

 

Im Folgenden sind die wesentlichen Inhalte der Wortmeldungen zu den einzelnen TOP wiedergegeben.

 

 

 

TOP 2: Präsentation und Diskussion zu E-RIC 1, Verwertung und Entsorgung von Elektroschrott

 

 

·        Es wurde herausgestellt, dass der unterbreitete Lösungsansatz in E-RIC 1 in Übereinstimmung mit den Regelungen des derzeitigen IAS 37 steht.

·        Auch wenn zunächst der Eindruck entsteht, dass im Falle des In-Verkehr Bringens von Elektroprodukten für private Haushalte eine Rückstellungsverpflichtung in Betracht käme, zeigt das Konzept des IAS 37, dass nicht das Vorsichtsprinzip im Vordergrund steht, sondern die Abbildung von am Bilanzstichtag existierenden Verpflichtungen, denen sich ein Unternehmen nicht mehr entziehen kann und bei denen lediglich die Höhe und/oder der Fälligkeit noch nicht festliegen.

·        Ein Hersteller, der am Bilanzstichtag Elektroprodukte auf Lager hält, von denen auch ein Teil Ersatzgeräte für kommerzielle Nutzer darstellen, hat die mit dem Zeitpunkt der Ersatzlieferung entstehende Entsorgungsverpflichtung in der verlustfreien Bewertung zu berücksichtigen.

·        Hinsichtlich des weiteren Vorgehens wurde dargelegt, dass E-RIC 1 nach Fertigstellung dem IFRIC zugeleitet wird.

 

 

TOP 3: Präsentation und Diskussion zu D-IFRIC 3, Determining whether an Arrangement contains a Lease

 

·        Neben den in dem veröffentlichten Stellungnahmeentwurf des RIC angesprochenen Themen wurden folgende Punkte erörtert:

·        D3 führt dazu, dass die Frage der bilanziellen Abbildung einer Leasing Transaktion sehr stark davon abhängt, mit wem ein Unternehmen einen Vertrag abschließt. Schließt ein Unternehmen bspw. einen Stromliefervertrag mit einem kleinen Stromproduzenten ab und beinhaltet der Vertrag die Lieferung einer Strommenge, die der (nahezu) gesamten Kapazität des Anbieters entspricht, könnte es sich gemäß D3 um eine Leasing Vereinbarung über das Stromkraftwerk handeln. Wird ein identischer Vertrag jedoch mit einem großen Stromanbieter geschlossen, scheidet ein Leasing aus.

·        Ein weiterer Aspekt besteht nach Meinung einiger Teilnehmer auch in der Frage, wie eine Vereinbarung zu beurteilen sei, bei der ein Abnehmer zwar die gesamte Kapazität eines Produktes erwirbt, bei der Herstellung dieses Produkts jedoch auch andere Güter anfallen (bspw. Chemische Produkte).

·        Ein Kritikpunkt bezog sich auf die unklare formulierung des anwendungsbereich von D3. Die Anwendung auf „Components“ wurde zwar geundsätzlich bejaht, es wurde jedoch gefordert, dass D3 stärker darauf hinweist, dass eine Anwendung auf „portions of larger items“ nicht in Betracht kommt.

 

 

 

 

 

TOP 4: Präsentation und Diskussion zu D-IFRIC 4, Decommissioning, Restoration and Environmental Rehabilitation Funds

 

·        Neben den in dem veröffentlichten Stellungnahmeentwurf des RIC angesprochenen Themen wurden folgende Punkte erörtert:

·        Die praktische Relevanz solcher Fonds wurde von Seiten der Teilnehmer in Deutschland als gering eingestuft.

·        Als Hauptkritik wurde in der Diskussionsrunde herausgestellt, dass D4 nicht die Vielfalt möglicher Fondskonzepte berücksichtigt. Demnach ist die vorgeschlagene Bilanzierung dieser Fonds nicht für alle Fonds Ausgestaltungen angemessen. So müsste bspw. ein Fondsanteil, dessen anteiliges Vermögen einen höheren Wert aufweist, als die korrespondierende Rückstellungsverpflichtung, neben dem Erstattungsanspruch einen weiteren (finanziellen) Vermögenswert aufweisen.

 

 

 

 

 

TOP 5: Präsentation und Diskussion zu ED 6, Exploration for and Evaluation of Mineral Resources

 

·        Die Teilnehmer begrüßten grundsätzlich, dass der IASB Regelungen für diese Aktivitäten entwickeln will. Die auch vom DSR vorgetragenen Bedenken gegenüber der Zwischenlösung werden geteilt. Die Zwischenlösung hätte nach der Vorstellung der Teilnehmer auch anders aussehen können, z.B. hätte man sich auf einen Standard zu ausschließlich Anhangangaben beschränken können. Eine Selbstverpflichtung des IASB zum weiteren Zeitplan in Form eines Verfalldatums der Zwischenlösung würde begrüßt.

·        Die auch vom DSR vorgetragenen Zweifel an der Abgrenzung von Exploration und Evaluation gegenüber Forschungs- und Entwicklungskosten und deren Behandlung wurden geteilt. Die Abgrenzung sei unklar, die offensichtliche Parallele zu der Behandlung von Forschungs- und Entwicklungskosten nicht konsequent verfolgt.

·        Grundsätzlich bestanden keine Bedenken, Werthaltigkeitstest entsprechend IAS 36 vorzunehmen. Die im Standardentwurf vorgesehene Häufigkeit der Tests, die der bei immateriellen Vermögenswerten entspricht, stieß bei einigen Unternehmensvertretern auf Ablehnung. Die in ED 6 aufgestellten spezifischen Regelungen zur Bildung von Cash Generating Units wurden nicht befürwortet.

·        Zu den Anhangangaben wurden keine weiteren Argumente für eine Erweiterung oder eine Kürzung vorgetragen.

 

 

TOP 6: Verabschiedung

 

Herr Pohle bedankte sich für die rege Beteiligung an der Diskussion. Er wies darauf hin, dass  die nächste Veranstaltung für Mitte Mai möglicherweise in Frankfurt geplant ist und verabschiedete die Teilnehmer.

 

Berlin, 26. März 2004

 

 

gez. Liesel Knorr / Markus Zeimes